Ein Firmennetzwerk entsteht selten am Reißbrett. Es wächst: ein Switch, weil zwei Arbeitsplätze dazugekommen sind, ein Access Point, weil im hinteren Büro kein WLAN war, ein Gerät, das beim Umbau jemand mitgesetzt hat. Nach ein paar Jahren funktioniert das meiste, und niemand kann sagen, warum es funktioniert. Genau das wird zum Problem, sobald etwas nicht mehr funktioniert.
Die typischen Symptome sind unspektakulär: Die Telefonie hakt in Besprechungen, das WLAN bricht im Lager ab, der Zugriff auf den Server ist aus dem Homeoffice zäh, eine Übertragung läuft nachts nicht durch. Jedes für sich ist ein kleines Ärgernis, und jedes für sich wird irgendwie umgangen. In Summe kostet das mehr Arbeitszeit als ein echter Ausfall — es fällt nur niemandem auf, weil es keine Störungsmeldung dazu gibt.
Der unangenehmere Teil ist die Sicherheit. Ein gewachsenes Netz hat fast immer offene Stellen: ein Gästenetz, das ins Firmennetz durchreicht, eine Portfreigabe aus einem Projekt vor drei Jahren, eine Firewall mit gepflegtem Regelwerk, aber veralteter Firmware. Wer ein Netz betreut, muss beides im Blick haben — den Betrieb und die Angriffsfläche. Getrennt voneinander funktioniert keines von beiden lange.